Von Heiligenhafen nach Gedser nach Ystad

Von Heiligenhafen über Gedser nach Ystad

Es weht ein zarter und warmer Wind aus Südwesten mit gerade einmal 10 Knoten. Der Himmel ist blau und das Meer glatter als sonst. Oft sind wir östlich Fehmarn schon durch Wellenberge gefahren, die gefühlt bis zur Saling reichten. Heute davon keine Spur. Hinter uns zieht eine der Hybrid-Schnellfähren von Gedser nach Deutschland vorbei. Wir setzen Kurs Ost - die Insel Møn ist unser heutiges Ziel. Von dort soll es über Ystad, das bereits in Schwedne liegt nach Kåseberga weiter gehen.

Møns Klint
Møns Klint
 
Die Insel Møn von See
Die Insel Møn von See

Paula schläft
Paula schläft
 

Auf Møn

Wir verlassen die Insel Falster mit dem Hafen Gedser gegen 10.00 Uhr morgens. Es ist warm an diesem Tag, Wind weht mit rund 10 Knoten aus West. "Kaffeesegeln" nennt sich das, weil nach dem Setzen der Segel eigentlich nicht mehr viel zu tun bleibt, außer Kaffee zun kochen und das Nichtstun zu genießen. Also kochen und genießen wir. Rund sieben Stunden später erreichen wir den Hafen von Klintholm auf der Insel Møn. Klinthom ist ein wichtiger Absprunghafen für alle, die Richtung Schweden, Bornholm oder Kopenhagen unterwegs sind. Und - hier macht man fest, um die berühmten Kreideklippen von Møns Klint zu besuchen. Entsprechend voll ist der Hafen. Allenthalben tummeln sich Schweden- und Bornholmsegler. Es geht ruhig und friendlich zu. Selbst das Meer vor dem Hafen ist vergleichsweise ruhig. Gerade mal einen knappen Meter hoch sind die Wellen. Das kann die See rund um Møn auch anders. Mehr als einmal lagen wir in diesem Hafen und warteten auf besseres Wetter.

Mette Frederieksen

Abends schlendern wir durch den Hafen von Klintholm. Klintholm - das ist so eine typisch dänische Mischung aus etwas Fischereihafen, ein paar Fahrzeugen der Offshore-Windindustrie, Yachthafen und Ferienhäusern auf ehemaligen Fährterminals in einer netten und entspannten Mischung.

Das ehemalige Fischereihaus beherbergt nun eine Bar mit Bier, Barfood, Palmen und Möbeln aus Paletten. Die Öst-Møn-Band spielt heute auf, Beatles, Stones, Leonard Cohen und Klassiker der 70er und 80er. Es ist ein warmer Sommerabend und die Sonne versinkt langsam im Meer. Plötzlich tippen uns eine Dänin und ihr Mann an: "Vor euch steht übrigens Mette Frederiksen".
Unserem fragenden Blick schieben sie hinterher: "Unsere Ministerpräsidentin. Die macht hier Urlaub".  Ein schnelles Googlen bestätigt: Sie ist es tatsächlich. Wir können es kaum glauben.

Kurz darauf sitzt sie bei einem Cocktail neben uns im Gras. Wir erhalten derweil von unseren dänischen Gesprächspartner/-innen Nachhilfe in staatsbürgerlichem Verhalten: Nie käme jemand auf die Idee, sich ihr gegenüber auffällig zu verhalten. Handyfotos oder Parolen rufen - das ginge schon gar nicht. Urlaub sei Urlaub und sie habe ein Anrecht darauf in Ruhe gelassen zu werden.

Ein - zwei verstohlene Handyfotos werden dann doch gemacht. Mehr aber auch nicht. "Gibt es keine Security?", fragen wir nach. "Bestimmt", antwortet mein Gesprächspartner. "Der Typ vor dir in der kurzen Hose. Ganz sicher".

Alles wirkt aber entspannt, als sei es nicht die erste Frau im Staat, sondern der Schulsprecher des örtlichen Gymnasiums, der dort sitze. "Bei Euch in Deutschland ist das wesentlich komplizierter.". Und im Übrigen: "Skål! Auf den schönen Sommerabend". Skål.

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Von Møn nach Ystad

Am nächsten Morgen brechen wir um 5 Uhr auf Richtung Schweden. Rund 10 Stunden haben wir für die rund 50 Seemeilen-Überfahrt geplant. Langsam verschwindet die Insel Møn mit ihren Kreideklippen im Hintergrund. Nach rund 2 Stunden sind wir allein: Dänemark ist am Horizont verschwunden, im Süden schimmert der Windpark "Kriegers Flak", wir laufen Kurs 60 Grad nach Nordosten, der Wind kommt mit 15 Knoten aus West. Beste Segelbedingungen und die Galatea läuft wie auf Schienen mit knapp 6 Knoten Richtung Schonen. Unterwegs philosophieren wir darüber, ob die modernen Super-Cargo-Schiffe, 300 Meter lang, 50 Meter breit und 60 Meter hoch eine Weiterentwicklung der traditionellen Segelschifffahrt sind. Mein Sohn meint "Ja". Bis wir am fernen Horizont die gelbe Abgasspur der Großschiffahrtslinie entdecken: Sie ist eine der Meist-befahrenen Schifffahrtslinien der Welt.

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Wallanders Ystad

Ystad ist der Ort, an dem Henning Mankells legenäre Wallander-Krimis spielen. Neben den Büchern und Kinofilmen sind die Serien und Kurzgeschichten rund um Kurt Wallander hier angesiedelt. Zentrale Handlungsorte, z.B. das Wohnhaus in der Mariagatan 10 und das Cafe am Stortorget sind für Wallander-Fans ein "Muss".

 

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