Von der Genner Bucht nach Bogense

Von der Genner Bucht über Bagö und Middelfart nach Bogense

 

 

 

Nicht immer sind die Übersetzungen perfekt...
Nicht immer sind die Übersetzungen perfekt...
Zottel am Wegesrand
Zottel am Wegesrand
Thor Heyerdal voraus
Thor Heyerdal voraus

Von der Genner Bucht nach Bågø

Segelt man von der Genner Bucht ostwärts trifft man zunächst auf die kleine unscheinbare Insel Barsø. Sie ist ausschließlich über einen winzigen Fähranleger mit Steg zu erreichen. Auf der Insel leben gerade einmal eine Handvoll Menschen. Barsø teilt glücklicherweise nicht das Schicksal vieler dänischer Inseln, die überhaupt nicht mehr oder nur im Sommer von Gästen und Sommerausflüglern bewohnt sind. Das hat sie unter anderem einer Initiative zu verdanken, die die Insel zu einer Ökoinsel erklärt hat. Dies bedeutet, dass Landwirtschaft und Infrastruktur auf der Insel weitgehend auf industrielle Techniken verzichten. Auf der Insel sucht man vergebens nach geteerten Straßen, Auto Verkehr und der Hektik und Schnelligkeit unserer Zeit. Die wenigen Gäste, die mit Fähre oder eigenem Boot anlegen finden eine Insel vor, auf der er sich seit Jahrzehnten fast nichts mehr verändert hat. Was man hier unter Tourismus versteht, ist weit von dem entfernt, was wir häufig im Alltag sehen: in einer alten Scheune hat man einen Raum gekachelt und zum Toiletten- und Duschhaus erklärt. Wenn die Sonne scheint, ist das Wasser auch warm. Am Steg findest du eine Telefonnummer mit dem Pizzalieferdienst: du hast die Wahl zwischen drei oder vier Pizzen, bestellst telefonisch und einige Zeit später kommt einer der Inselbewohner zum Steg und bringt dir die Pizza. Das ist von APPs und Lieferando so weit entfernt, wie ein Eselskarren von einem Tesla.

 

 

Unterwegs auf Bagø

Am Abend erreichen wir die Insel Bagø, mitten im kleinen Belt. Sie besteht im wesentlichen aus einem winzigen Hafen, einer anliegenden Wiese, die als Campingplatz deklariert ist, einem kleinen Inseldörfchen und viel Natur. Das alles ist ausgesprochen dänisch organisiert. Wenn du auf dem Campingplatz übernachten möchtest, holst du dir am Hafenkiosk am Ticket Automaten eine Übernachtungsmarke und stellst dein Zelt irgendwo in der freien Natur auf. Du schnappst dir eines der kostenlos bereitstehenden Fahrräder und schon kann der Ausflug auf die Insel losgehen.

Wie auch anderswo sind die Dänen hier Weltmeister im Straßenverkauf. Auf jeder Ecke, in jedem Dorf, an jedem Hafen findest du kleine Schränke oder Stände, an denen selbst gemachte Marmelade, Apfelsaft, Kartoffeln oder auch einfach Nippes verkauft werden. Das ganze funktioniert nach dem Ehrlichkeitsprinzip: Waren aussuchen, Preis berechnen und das Geld in die bereitstehende Kasse einwerfen. Wir können nicht widerstehen und erwerben ein Glas mit Marmelade sowie ein Glas mit selbst gemachten Senf.

Der nördliche Teil der Insel ist Naturschutzgebiet. Dort finden sich zahlreiche Seevögel sowie freilaufende Rinder, die sich neugierig nähern. In einer guten Stunde bist du mit dem Fahrrad einmal rum und wieder zurück am Hafen.

Auch dort die große Einsamkeit: der Insel Kiosk hat nur freitags 2 Stunden geöffnet, der Hafen ist noch vergleichsweise leer, gerade einmal vier Boote liegen am Steg. Bummelig alle 3 Stunden kommt die Fähre vom Festland rüber und spuckt zwei oder drei Menschen aus.
Ansonsten bleibt nur das zu tun, was man in einer solchen Lage tun kann: aufs Meer schauen und dabei bewundern, wie die Sonne allmählich im Westen im Wasser versinkt. Das ist kitschig aber doch schön.


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...die Thor Heyerdal im Kielwasser

Segeln ist eines der ältesten Fortbewegungsmittel der Menschheit. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie viel Wissen, Technik und Nähe zur Natur und zu mehr in diesem Verkehrsmittel steckt.Das wird eine besonders deutlich, wenn man einen der alten Segler unterwegs trifft. Die Thor Heyerdal ist eines dieser wunderbaren alten Verkehrsmittel. An Bord eine Schulklasse und eine handvoll Erwachsener. Nächster Zielhafen laut AIS: Islas Canarias.

in Bogense

Am nächsten Morgen fahren wir weiter mit dem Ziel Mittelfart. Dort verengt sich der kleine Belt zu einem Gewässer, dass nicht breiter ist als ein Fluss. Mit dem Ende der Eiszeit flossen die Wassermassen durch diesen Fluss aus der neu entstandenen Ostsee in den Nordatlantik. Sie haben dort ein riesiges Flusssystem mit tiefem Wasser hinterlassen.

Mittelfart ist ein wichtiges industrielles und Dienstleistungszentrum der Insel Fünen. An den Ufern findet sich viel Industrie, Öl- und Gastanks, Großschiffterminals und allerlei Dinge mehr, die nicht die gerade Naturromantik aufkommen lassen. Dazwischen immer wieder Abschnitte urbanen Lebens mit Cafés, Biergärten und Kulturarenen. Mitten drin befindet sich der neue Hafen, den Yachten in Mittelfahrt anlaufen können. Wir drehen nur eine kurze Runde durch diesen Hafen. Rundum befinden sich Baustellen, Kräne und es wird gebaut und renoviert was das Zeug hält. Es ist laut, staubig und hässlich. Kurzerhand verlassen wir den Hafen wieder setzen alle Segel und fahren hinaus aufs Kattegatt. Abends erreichen wir das Städtchen Bogense.

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